Bildung

3 - Training der Einsicht
Als nächstes muss in einem großen Training die Vermittlung der Einsicht als Fähigkeit besorgt werden. Hierbei ist obige Sachbildung auch schon eine große Hilfe. Wer gelernt hat, größere Stoffmengen zu 'inhalieren' und seine Gehirnwindungen in harter Arbeit an komplizierte Zusammenhänge anzupassen, wie es in einem Studium der Fall ist, der wird auch seine Triebe besser handhaben. Hier liegt die Ursache dafür, dass wir unter Universitätsprofessoren bedeutend weniger Messerstechereien finden, als an 'sozialen Brennpunkten'. Obwohl diese 'Professoren' Einsicht und innerhalb derer die Kontrolle ihrer Aggression nicht explizit trainiert haben. (Sie klauen höchstens die Ideen ihrer Doktorand-inn-en [im Kreis meiner Kursteilnehmerinnen vorgekommen] - was allerdings schon geradezu 'human' ist...)

Aber ein explizites Training bringt noch mehr als diese 'Lernbildung', und ein solches Training wird auch Teil der Ausbildung eines jeden Menschen sein. Im Zentrum dieses Trainings muss die Ausbildung des ICH stehen, und damit die Integrierung triebhafter Energien, um diese konstruktiv verwenden zu können. - „Der Mensch wird auf das Leben mit diesen Gefahren aus seiner Psyche auch nicht vorbereitet. Diese Gefahren sind die größten von allen Gefahren, mit denen wir zu tun haben. Die Freiheit könnte viel größer sein, das Leben könnte viel interessanter und menschenwürdiger sein, würde man den Menschen auf seinen inneren Konflikt besser vorbereiten und ihm ein Training ermöglichen, mit seinen zwei Bereichen umzugehen. Der Mensch steht heute seinen Trieben ratlos und machtlos gegenüber, weil man sich im heutigen System kaum darum kümmert, wie er im Leben klarkommen soll.

Die erste Aufgabe der Bildung sollte es sein, die Bewältigung des Problems der instinktiven psychischen Struktur zu trainieren. Man müsste somit eine normative Bildung von besonderer Sorgfalt und Reichhaltigkeit etablieren, die ein ebenso reichhaltiges Training in der Integrierung der Triebe einschließen müsste.

Das Lernziel sollte eine humane, d. h. einsichtige Lebensführung sein - allerdings, nicht vor Gutheit und Pathos triefend wie dieser Satz heute klingen mag, sondern einfach, weil man so viel besser leben kann. Das Lernziel muss das Sehen sein - das Sehen von sich selbst, das Sehen der Anderen, das Sehen der Natur. Im Verlaufe dieser Klärungen muss auch die Herstellung der Balance zwischen Eigen und Nicht-Eigen gelernt werden.

An Stelle dessen gibt man heute den jungen Menschen eine rudimentäre normative Bildung von vielleicht 1-2 Stunden in der Woche, sei diese Staatsbürgerkunde oder Religion und entlässt sie dann in großer Unbekümmertheit, völlig ihren Trieben - und ihren Beamten - ausgeliefert, in das Leben.” (Zitat aus meinem Buch über Tiefengefühle des Menschen. - Ausgabe in Vorbereitung.)

Da wir hier mit einem geradezu außerordentlich sturen, starken und vielfach getarnten Gebilde gegenüberstehen, muss Psychologie in einem sehr umfassenden Sinne die 'Königin der Wissenschaften' - und der Anwendungen - werden. Es muss eine evolutionäre Schulung stattfinden, in deren Verlauf man sehr genau zwischen Instinkten und Einsicht zu unterscheiden lernt - und jede instinktive Tarnung durchschauen kann...

Um diesen Punkt etwas pfadfinderisch zusammenzufassen, die Situation muss genau umgekehrt werden: Heute ist der bewusste Teil des Menschen - eben seine Einsicht - quasi 'Sklave' seines Unbewussten, und nur an einigen Eckpunkten hat sie die Kraft, diesem zu 'widersprechen'. Dies ist das demokratische ICH. Das Lernziel für ein 'anthroponormisches ICH' wäre/ist der Zustand, in dem - und dies ist das 'Pfadfinderische' - der Mensch sein Unbewusstes 'wie Wachs in seinen Händen' handhaben oder gar 'gestalten' könnte. - Ich hoffe, Sie spüren, dass das noch 'etwas weiter weg' ist...
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