






Worum geht es? - einführende Grundaussage
Einleitung
Obwohl der Mensch schon seit Jahrtausenden Tiere und Pflanzen züchtet - die Veränderbarkeit des Genoms war also wohl bekannt, wenn man es auch noch nicht 'Genom' nannte - kam bis zum 19. Jahrhundert niemand auf die Idee, dass dasselbe auch auf natürlichem Wege passieren kann. Was mich dabei besonders erstaunt, ist, dass auch solche Offensichtlichkeiten, wie z. B. das tetrapode Wirbeltier-Schema den Menschen nicht schon zu Urzei-ten nahelegte, dass diese Tiere miteinander verwandt sein müssen, und da-mit auch der Mensch mit ihnen.
Erst als Darwin und Wallace entdeckten, dass wir da mit einer zeitlichen Ge-stalt zu tun haben, die sich über Jahrmillionen aus der Vergangenheit in die Zukunft erstreckt, und die darin besteht, dass Arten sich zu immer neuen Ar-ten wandeln und aufspalten, drang die Veränderlichkeit der Arten in den Allgemeinkonsens. - Dieses von ihnen entdeckte 'Gebilde der Veränderung' nannten die beiden »Evolution«, und diese war eine Jahrtausend-Entdek-kung des 19. Jahrhunderts.
In der Allgemeinheit entstand daraufhin zunächst große Konfusion, da man bis dahin die Welt als statisch angenommen hatte. Was dann aus dem Lärm in der Allgemeinheit bis heute übrigblieb, war der Satz, dass „der Mensch aus dem Affen entstanden” sei.
Dieser Satz stimmt nicht.
Beim Reden über die Evolution wird praktisch immer von der 'Hardware', von der Evolution der Körper der Lebewesen gesprochen, im Blickpunkt steht, wie sich die Körper bis zu den Heutigen gewandelt haben. Die Lebe-wesen verhalten sich aber dabei auch, und dieses Verhalten muss nach irgendwelchen Programmen ablaufen, die Lebewesen müssen damit auch eine Software haben, die ebendieses Verhalten steuert. Diese Software ist - so wie ich es sehe - ein noch wichtigerer Teil des evolutionären Gebildes als die Hardware. Zu Darwin und Wallace, die sich auch schon so betätigt haben, kamen die Verhaltensforscher - Whitman, Heinroth, J. Huxley und Lorenz als die Berühmtesten am Anfang - die ebendiese Software zu erfor-schen und zu beschreiben begannen. Irgendwo hier kam ich 1965 mit der Sache in Berührung - ich sah ein Titelblatt des »Spiegel« (1965/53) - und ab hier bestimmte die Beschäftigung mit dem Verhalten und dessen Programmen mein Leben und mein Denken und - tut es bis heute. Als ich damals Lorenz' Schriften las, geriet ich in eine Art 'Rausch der Erkenntnis' - als hätte sich eine Schatzkammer von unermesslichen Werten vor mir aufgetan.
Nachdem ich das so weit inhaliert hatte, begann ich meine eigene Analyse, und das Folgende soll einen kleinen Eindruck von deren Ergebnissen vermitteln, und 'Dich Wanderer' - also Sie, liebe Leserin, lieber Leser - zu entsprechenden Konsequenzen veranlassen.
